Spezielle Lagerungstherapie

Patienten mit akutem Lungenversagen werden speziell gelagert. Diese Therapien verbessern den Gasaustausch und verringern nachweislich die Sterblichkeit von Patienten mit ARDS. 

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Bauchlagerung und überdrehte Lagerung

Für Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS) stellt die spezielle Lagerungstherapie (z.B. auf dem Bauch) eine bedeutende Maßnahme in Ergänzung zu einer optimierten Beatmungsstrategie dar. Hierbei werden die Patienten entweder in eine sogenannte „überdrehte“ Links- oder Rechtsseitenlage verbracht (etwa 135 Grad) oder komplett auf den Bauch gedreht (180 Grad). Ziel dieser Lagerungstherapie ist die Verbesserung des Gasaustausches in der Lunge, die Verminderung eines Lungenschadens sowie die Mobilisation von Sekret.

In großen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten mit moderatem bis schwerem Lungenversagen (ARDS) von einer 180-Grad-Bauchlagerung nachhaltig profitieren; besonders, wenn die Bauchlagerung frühzeitig, d.h. innerhalb der ersten 48 Stunden des akuten Lungenversagens durchgeführt wird. Aktuelle Untersuchungen zeigen außerdem, dass die positiven Effekte der Bauchlagerung besonders ausgeprägt sind, wenn die Patienten für 12 bis 16 Stunden pro Tag auf dem Bauch liegen.

Die spezielle Lagerungstherapie von Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS) wird in den Leitlinien der Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlen. Im ARDS ECMO Centrum der Charité ist diese Therapieform klinische Routine und wird –sofern keine Kontraindikationen vorliegen- bei fast allen Patienten angewendet. Spezielle Lagerungshilfen wie zum Beispiel passgenau geformte Polster und Kissen stehen hierbei dem Team zur Verfügung. Unsere Ärzte und Pflegekräfte des ARDS ECMO Centrums sind für diese Therapieform speziell geschult und verfügen über jahrelange Expertise auf diesem Gebiet.

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