Nahaufnahme eines ECMO-Gerätes am Patientenbett

ECMO – die künstliche Lunge

Patienten mit akutem Lungenversagen werden zunächst künstlich beatmet. Wenn die Lungen den zugeführten Sauerstoff allerdings nicht mehr in ausreichender Menge ins Blut abgeben können, muss das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff befüllt werden.

Fachsprachlich spricht man von der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO); vergleichbare Verfahren sind ECCO2, ELA oder ECLA. Das ARDS- und ECMO-Zentrum hat damit jahrzehntelange Erfahrung.

Sie befinden sich hier:

Ablauf

Für die ECMO werden zwei relativ dicke Kanülen durch die Haut in die größten Venen des Körpers eingeführt. Durch die eine dieser Kanülen werden bei einem Erwachsenen etwa drei bis fünf Liter Blut pro Minute aus dem Körper herausgeleitet. An einer künstlichen Membran findet dann der Gasaustausch, also die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid, statt. Das dann mit Sauerstoff angereicherte Blut wird  durch die andere Kanüle wieder in den Körper zurückgeleitet

.

Risiken und Nebenwirkungen

Das Management von Patienten mit  ECMO erfordert eine gezielte Indikationsstellung,sowie die Kenntnis möglicher Komplikationen. Trotz einer deutlichen Zunahme der Anwendungssicherheit und der technischen Zuverlässigkeit der ECMO Systeme bleiben Techniken zum extrakorporalen Gasaustausch hochinvasive Verfahren. Schwerwiegende Komplikationen sind zwar deutlich zurückgegangen. Treten sie jedoch ein, bedeuten sie nicht selten eine Gefahr für den Patienten.  Wesentliche Komplikationen sind vor allem technische Defekte des Oxygenators, der Kanülen, sowie ein Versagen der Pumpe oder der Steuerungseinheit. Außerdem kann es zu Blutungen oder Gefäßverletzungen bei der Kanülen-Anlage oder deren Entfernung kommen, sowie zu Thrombosen oder Komplikationen anderer Organsysteme.

Die Versorgung von ECMO-Patienten und das adäquate Management von möglichen Komplikationen dieses Verfahrens stellt hohe Anforderungen an Personal, Struktur, Ausstattung und Risikomanagement der Institutionen, die diese -meist kritisch kranken- Patienten versorgen. Das ARDS ECMO Centrum der Charité verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit ECMO und Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS).

 

 

Dauer, Ausblick und Alternativen

Eine ECMO wird normalerweise eine bis vier Wochen verwendet. Im Einzelfall, zum Beispiel in Vorbereitung auf eine Lungentransplantation, kann dieses Verfahren mehrere Monate angewendet werden. In dieser Zeit kann die Lunge entlastet und die ursächliche Erkrankung weiter behandelt werden. Es gibt insgesamt keine festgelegte Obergrenze für die Dauer einer ECMO.

Im ARDS ECMO Centrum kommt ein weiteres extrakorporales Verfahren zur Lungenunterstützung zum Einsatz, das im Gegensatz zur ECMO keine Pumpe benötigt: Bei der sogenannten ILA (interventional lung assist; interventionelle extrakorporale Lungenunterstützung) liegt die Kanüle, durch die das Blut des Patienten den Körper verlässt, in einer Arterie. Der Blutfluss über die Gasaustauschmembran wird also durch den Blutdruck des Patienten sichergestellt. Dieses Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Lungen noch genügend Sauerstoff aufnehmen, aber nicht mehr genug Kohlendioxid abgeben können. Auch bei diesem Verfahren verfügt das Zentrum über eine jahrelange Expertise.

Mehr lesen

Lungenprotektive Beatmung

Informationen über die Beatmungstrategie bei Patienten mit Lungenversagen

Mehr Informationen
Spezielle Lagerungstherapie

Effekte von Bauchlagerung

Mehr Informationen
Informationen für Angehörige